Silent Payments

Ein Konzept von Ruben Somsen

Oft werden Bitcoin-Transfers an Adressen gesendet, welche bereits verwendet wurden. Dies verringert die Anonymität von Sender und Empfänger. Dies geschieht, wenn der Sender keine neue Adresse beim Empfänger anfragen will, oder weil der Empfänger seine Adresse statisch publiziert. Insbesondere bei Einlagen und Rückzügen bei Börsen werden Adressen mehrfach verwendet. Ebenso bei Spenden.

Es besteht ein Spannungsfeld zwischen Einfachheit und Anonymität.

Ein Konzept, um diese Problematik zu lösen, ist das der «Silent Payments», –  stille Zahlungen. Die Umsetzung ist in BIP 47 erklärt und trat im Herbst 2024 in Kraft.

Damit wird es möglich, nur einmal eine Adresse bekannt geben zu müssen. Jeder Transfer an diese Adresse wird beim Erstellen des Transfer-Auftrages an eine einmalige Bitcoin-Adresse gesendet, welche aus der Empfangsadresse und Angaben des Senders abgeleitet wird. Bei Bezügen von Bitcoin-Börsen ist dies praktisch. Silent Payment-Adressen haben als Präfix sp1… und sind länger als bisherige Adressen.

In der Blockchain wird die Empfangs-Adresse nicht erwähnt. Beim Transfer wird eine neue Adresse ermittelt welche sich aus der Empfängeradresse (Schlüssel) und dem Schlüssel des Senders ergibt.

Das ursprüngliche Konzept findest du hier: «Silent Payments – Receive private payments from anyone on a single static address without requiring any interaction or extra on-chain overhead» https://gist.github.com/RubenSomsen/c43b79517e7cb701ebf77eec6dbb46b8

Ein Nachteil ist, dass zum Feststellen von Eingängen und bei der Wiederherstellung von Wallets mehr Rechenarbeit geleistet werden muss.


Falls Du einen Test-Transfer machen willst, kannst du, nach Absprache, folgende Adresse verwenden:

sp1qq2yq9wa79pw6hausrd3npdstgep4gwtrn582zv9ddcvdj44fel6uzq6ftqvgalsxsf4kspp85ffz3y0ajt477tvu2jdv97x0ljvw5sn8n5rty6et
(diese Adresse wird nie weder im Mempool noch auf der Blockchain ersichtlich sein, da der Eingang auf einer einmaligen Adresse beginnend mit bc1p… eingehen wird)

Den eingegangenen Betrag, abzüglich der Transfergebühren, werden wir dir dann zurücksenden.

Die BitBox, siehe https://bitcoin-schweiz.ch/aufbewahren-von-bitcoin/ ist die erste Hardwarewallet, welche Zahlungen an Silent Payment-Adressen unterstützt. Empfangen funktioniert mit der BitBox noch nicht. Dazu verwenden wir die Cake Wallet welche vollständig Open-Source ist.

Praxistest mit der  Cake Wallet

0.00018000 BTC gesendet an
sp1qq2yq9wa79pw6hausrd3npdstgep4gwtrn582zv9ddcvdj44fel6uzq6ftqvgalsxsf4kspp85ffz3y0ajt477tvu2jdv97x0ljvw5sn8n5rty6et. Dieser Transfer ist auf der Blockchain nicht ersichtlich.

Der Transfer ist trotzdem eingegangen, nämlich auf folgender Adresse, wie auf der Blockchain ersichtlich: bc1p755s3nnjx9jl5z43f9z5sgdl0whvwmqw69zzs90x58m9l5awxxwq20hfc8

Zukünftige Zahlung an dieselbe sp1q-Adresse werden jeweils an andere einmalige Empfangsadressen bc1p… gesendet und natürlich in der Empfangs-Wallet ausgewiesen.

Die Empfangswallet benötigt tatsächlich Synchronisationszeit, da sie alle neuen Transfers gemäss Blockchain durchgehen muss um zu prüfen, ob ein Transfer an sie erfolgt ist. Die Wallet hält jeweils fest, bis zu welchem Block dieses Suchen erfolgte, damit nicht bei jedem Nachführen die gesamte Blockchain durchgesehen werden muss. Silent Payment-Wallets sollten daher öfters online sein als Wallets mit anderen Adressformaten.

Stand Sommer 2025

Neben der Bitbox 02 und der Cake-Wallet welche wir erfolgreich getestet haben zum Senden und Empfangen, ist die Möglichkeit zum Transferieren aus der Electrum-Wallet kurz vor der Freigabe.

Noch weiter wird die Umsetzung in der Bitcoin-Core-Wallet gehen. Hier wird demnächst das Senden und Empfangen umgesetzt sein. Insbesondere das Empfangen von Bitcoin-Transfers auf Silent-Payment-Adressen wird ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der Bitcoin-Core-Software sein.